Tomaten, Tomaten an jedem zweiten Strauch – im Mauerpark wächst echtes Gemüse

By | 7. Oktober 2013
Mauergarten Urban Gardening Berlin

Diese Sitzecke ist Teil des Urban-Gardening-Projektes, das sich seit diesem Sommer in der Mauerparkerweiterung befindet.

Es gibt dieses Motto-T-Shirt, auf dem steht: „Gardening is cheaper than therapy… and you get tomatos.“ Das ist ein bisschen gemein und auch ein bisschen wahr. Denn jeder, der schon mal in der frischen Erde gewühlt hat, weiß, wie entspannend dieser Bodenkontakt sein kann. Deshalb gibt es inzwischen immer mehr Projekte, die den Garten in die Metropole holen. Garten in der Stadt ist anders, sieht anders aus und fühlt sich anders an als auf dem Land. Modularer, bunter und interaktiver, fast wie ein fleischgewordenes Netzwerk.

Der Prinzessinnengarten ist inzwischen als Paradebeispiel für den Urban-Gardening-Trend so durchgenudelt, dass es hier um ein kleines, zartes Pflänzchen von Garten gehen soll, das gerade erst in diesem Sommer aus dem Boden gesprossen ist – den Mauergarten, passend zum und im Mauerpark. Er liegt genau an der Stelle, wo sich Wedding und Prenzlauer Berg guten Tag sagen. Dementsprechend ist das Projekt von der Idee getragen, einander zu begegnen. Interkulturell, über alle Altersstufen, Gehaltsstufen und sozialen Schichten hinweg soll vor allem eins passieren, Gartenarbeit.

Weil man, wie so oft in der Stadt, nicht so recht weiß, was alles im Boden drin ist – wir befinden uns in der gerade eröffneten Parkerweiterung, auf deren Grundfläche einmal Autowerkstätten und dergleichen standen – wird das Grünzeug in Hochbeeten angepflanzt, die die Gärtner meist sonntags selbst zusammenschrauben und dann befüllen: Äste und Holz in die unterste Schicht, dann Kompost, dann Erde.

Diese Architektur ist spontan und entsteht aus alten Paletten, Reissäcken, Baustellenmaterial. Alles wird improvisiert und wächst fast so organisch wie die Pflanzen in den Beeten. Und es ist schon eine Menge gewachsen in diesem Sommer, auch wenn der Garten erst im Juli wirklich eröffnet werden konnte. Vorher war das Gelände noch nicht freigegeben. Aber da die Initiatoren vom Mauergarten e.V. schon lange mit der Stadt im Gespräch waren und das Gelände kannten, haben sie sich einen sonnigen Platz ausgesucht, der reichliche Ernte in kurzer Zeit lieferte. Kolossale Zucchini, traumhafte Tomaten, und Rauke, auch Rucola genannt, in rauen Mengen.

Der Garten ist für jedermann zugänglich, und das soll auch so sein. Es bleibt abzuwarten, wie die Parkbesucher mit dem neuen Ort umgehen. Viele Spaziergänger bleiben stehen und erkundigen sich, was hier passiert und ob man mitmachen kann. Sonntage sind Gärtnertage geworden. Des Nachts war zuweilen ein anderes Klientel vor Ort, das sich für die Mechanik der Wassertanks interessierte. In jugendlichem Leichtsinn wurden die großen Hähne der drei Behälter schon mehrmals aufgedreht, so dass am nächsten Tag nichts mehr zum Gießen da war. Jetzt soll eine Holzverkleidung her, die vor Vandalismus schützt. Dafür ist Zeit, denn die Saison geht ihrem Ende zu. Die letzten Tomatenrispen werden bald abgeerntet und dann auf Fensterbänken zu Ende reifen. Die Sitzecke unter drei großen Pappeln wird dann wohl nur noch an sehr sonnigen Tagen besetzt sein, bis nächstes Frühjahr wieder gesät werden kann.

Besucherhinweise:

Gärtnertreff: immer sonntags nachmittags. Kontakt: www.mauergarten.net

3 thoughts on “Tomaten, Tomaten an jedem zweiten Strauch – im Mauerpark wächst echtes Gemüse

  1. Pharmk558

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    Urban gardening im Prenzlberg? Klasse, weitermachen!!! Ich wünsche mir Berlin noch viel grüner: Fassadenbegrünung (GRÜNE LIGA BERLIN E.V. gibt z.B. gute Tipps), Dachgärten etc. Schlimm genug die Prognose, dass durch den Klimawandel die Städte 10 Grad mehr haben werden, als das weniger dicht bebaute Umland. Und leider gehen unsere Stadtplaner auf diese Aussicht fast nicht ein und bauen auch die letzte verfügbare Fläche zu.

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